Regeneration nach einem Marathon
Gestern bin ich erstmals seit dem Berlin Marathon wieder etwas länger gelaufen. Ohne gross einen Plan zu haben ging ich am Sonntag Morgen los. Am Schluss des Trainings hatte ich genau 25 Km und genau 2h auf dem “Tacho”. Ohne irgendwelche Tempoabschnitte oder Endbeschleunigung. Ergibt eine durchschnittliche Pace von 4:49. Damit laufe ich auf der langen Runde wieder gleich schnell wie vor dem Berlin Marathon.
Mir scheint, dass ich eine Regenerationsphase erlebt habe, die “dem Theoriebuch entspricht”. Darum noch ein paar Details dazu:
Unmittelbar nach dem Marathon (Woche 1+2)
Natürlich habe ich die ersten paar Tage nach dem Berliner überhaupt nicht trainiert. Normalerweise hält sich der Muskelkater bis Mittwoch. Diesmal hatte ich aber bereits am Dienstag wieder “normale” Beine. Aber auch im Hinblick auf das nach einem Marathon etwas angeschlagene Immunsystem sollte man direkt nach dem Wettkampf nicht trainieren. Gegen Ende der ersten Woche machte ich dann wieder ein paar kleine, kurze “Gehversuche”. Locker und entspannt durch den Wald, ohne Uhr, ohne Distanzmesser. Einfach laufen, Distanzen von maximal 8 Km.
Die Ernüchterung (Enttäuschung wäre zuviel…) vom Berliner Marathon wirkte auch noch eine ganze Weile nach. Versteh’ mich nicht falsch, ich bin zufrieden und dankbar über jeden Marathon, den ich beenden kann. Auch nach 23 Marathons empfinde ich immer noch grössten Respekt vor allen Finishern… und vor diesen 42 Km. Aber es blieb irgendwie ein “schaler Nachgeschmack”. Das Gefühl, dass es bei guten Bedingungen deutlich besser hätte laufen können.
In diesen zwei Wochen hat sich auch “das Gestell” (Bewegungsapparat) immer wieder bemerkbar gemacht. Ich hatte zwar keine besonderen Beschwerden, aber immer wieder “zuckt” es halt in dieser Phase. Mal hier, mal dort. So ab Mitte der zweiten Regenerationswoche hatte ich wieder ein gutes Laufgefühl, mit kräftigen und runden Schritten.
Wiederaufnahme des Trainings (Woche 3+4)
Aber der dritten Woche habe ich dann wieder normal trainiert. Klar, ohne Trainingsplan und meistens ohne Uhr. Einfach frisch drauf los, das Laufen und die Natur geniessen. Ohne Ziel, Pace oder sonst was. Meistens hat es in diesen Trainings zu einem Fahrtspiel “ausgeartet”, ich habe einfach mit der Natur herumgespielt und alle Formen des Laufsports genossen.
Mit dem Longjogg von gestern hat sich nun der Kreis geschlossen, ich bin mit diesen 25 Km ganz zufrieden.
Und jetzt?
Naja, nun bin ich eigentlich, offiziell ja schon wieder in der Taperingphase für den NYC-Marathon. Aber ich denke natürlich nicht daran, mich so gezielt und genau auf diesen Marathon vorzubereiten wie vor Berlin. Ich merke, dass mental die Luft draussen ist. Laufen ist mir viel wichtiger als Wettkampf. Ich trainiere diese Woche also weiterhin nach Lust und Laune. Nächste Woche werde ich dann natürlich der Erholung höchste Priorität geben. Ganz sicher werde ich entspannt und ohne Ziel an den Start des NYC-Marathons gehen. Dieser Lauf wäre auch zu schade, um ihn “Vollgas” zu laufen. Ich will die Stimmung geniessen, die Gegend und Momente aufnehmen und nach Gefühl laufen.
Wir werden sehn.





2 comments
Es wird schön werden! Die Voraussetzungen sind super und ohne Zeitziel kann so ein Erlebnis ja nur toll werden. Viel Spaß beim Lust-und-Laune-Training.
So viel Lust macht Laune, und zwar gute! Wünsche dir einen genussvollen Lauf!
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