New York City Marathon: Solide 3:17h
So, nun komme ich dazu, einen kurzen Bericht über meinen Saisonabschluss in New York zu schreiben. Kurz und bündig: PERFEKTER MARATHON. Aber der Reihe nach.
Vorfreude
Nachdem der (geplante…) Saisonhöhepunkt bereits Ende September in Berlin war, habe ich das Training in den letzten Wochen eher ruhig und unsystematisch angehen lassen. Ich habe einfach trainiert, wonach ich gerade Lust hatte, ohne Trainingsplan. Entsprechend entspannt bin ich dann auch in New York angereist.
Am Samstag vor dem Rennen dann eine letztes Footing. Dazu sind wir in den Central Park und eine Runde um das Reservoir gelaufen. Spektakuläre Aussicht und typische New Yorker Stimmung – ein ideales Training, um sich so richtig auf den Marathon einzustimmen.
Start ins Rennen
Bereits um 6:20h wurden wir mit dem Bus abgeholt und zum Start bei der Verrazano Bridge gefahren. Obwohl der Start erst um 9:40h erfolgte, verging die Zeit zügig, die Organisation war perfekt.
Der Anstieg über die Verrazano Bridge zwingt einen, kontrolliert und langsam ins Rennen zu starten. Aber auch die anschliessenden Kilometer durch Brooklyn und Queens bin ich sehr zurückhaltend gelaufen. Es hat auch immer wieder kleine Steigungen drin. Plötzlich sieht man das riesige Läuferfeld vor einem nicht mehr (nein, man läuft dann nicht an der Spitze…
) und merkt dann, dass man wieder leicht aufwärts läuft. Ich fühlte mich perfekt, es lief flüssig, ich musste nie “Gas geben”, die Pace pendelte irgendwo um 4:30. Die Kilometer kamen (im Vergleich zu Berlin) schnell, bei der 10km-Zwischenzeit war ich richtig überrascht, dass 1/4 des Rennen schon vorbei sein soll.
Die zweite Hälfte
Kurz nach der Zwischenzeit beim Halbmarathon (1:37h) geht’s dann zur Sache. Zuerst eine giftige Steigung beim Übergang von Brooklyn nach Queens und dann die Queensboro-Bridge. Eine gaaaanz laaaang gezogene Steigung, die nicht aufhören will. Hier gilt es die Nerven zu behalten und mit der Kraft sparsam umzugehen. Was man dann am Ende der 59th Street-Bridge (wie die New Yorker sagen…) erlebt, gehört wohl zum schönsten, was ein Marathon bieten kann.
Die Einbiegung in die First Avenue ist absolut spektakulär. Unglaublicher Lärm, zehntausende von Zuschauern, absolute Hammerstimmung. Gänsehaut pur, geniales Erlebnis. Jeder Marathonläufer muss diesen Moment einmal erlebt haben! Die 1st Ave. hat’s dann in sich, die Strecke ist eigentlich nie flach und zieht sich lange dahin. Man läuft von der 59. Strasse bis hinauf in die Bronx. An der 110th Street hat Daniela auf mich gewartet und mir neue Energie (wörtlich und in übertragenem Sinne) gegeben. Dann durch die Bronx und wieder zurück nach Manhattan entlang der 5th Avenue. Wieder auf Höhe der 110th Street sah ich Daniela zum zweiten Mal, bereits hatte ich 36 km hinter mir. Ich fühlte mich nach wie vor super, hatte kräftige Beine, einen runden Schritt und unglaubliche Freude in mir drin. Die fantastische Aussicht entlang der 5th Ave. – mit dem Empire State Building im Hintergrund – wurde nur durch einen üblen, sehr harten Anstieg vor dem Central Park etwas getrübt.
Schlussendlich das Finish mit ein paar Steigungen und “Abfahrten” im Central Park. Dann vorbei am Apple Store und rechts weg Richtung Ziel. Den letzten Kilometer habe ich leicht Tempo rausgenommen, ich wollte bewusst jeden Meter auskosten. Grandiose Stimmung, Adrenalin pur.
Fazit
Hmm. Zwischen Berlin (3:15h) und New York (3:17) liegen zwei Minuten. Die Rennen könnten aber unterschiedlicher nicht sein. Hier in New York hatte ich ausschliesslich positive Gedanken. Einerseits weil ich wirklich keine (zeitlichen) Erwartungen an den Lauf hatte. Andererseits, weil ich das Rennen optimal eingeteilt habe. Dadurch während 35 km mehr Freude und am Schluss noch genug Kraft hatte. Die Strecke in NYC ist wesentlich anspruchsvoller als Berlin, man spricht von plus fünf bis zehn Minuten für Volksläufer. Ein Marathonerlebnis wie dieses hier in New York ist für mich nahe an der Perfektion. So macht laufen von A bis Z Spass… bin wohl langsam zu alt für dieses Jagd nach Bestzeiten…





3 comments
Das klingt toll, einfach nach New York. So sollte man an diesen grandiosen Marathon wohl auch ran gehen, ohne an die Zeit zu denken. Die Stimmung dort muss wirklich phantastisch gewesen sein – da muss man sich einfach gut gefühlen.
Glückwunsch zu diesem “perfekten Marathon”
Wenn das kein gelungener Saisonabschluss ist! Gutes Gefühl, gute Zeit, gute Stimmung, eben ein perfekter Lauf!
rico, freue mich für Dich! du hast mich auf eine idee für nächstes jahr gebracht. berlin, NY, doch berlin, NY?
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