Marathon-Tapering. Jetzt.
Schon im Frühling, im Vorfeld des London Marathons, habe ich einen Artikel über das Tapering vor einem Marathon geschrieben. Ich empfehle, diesen unbedingt zu lesen.
Nun ist es wieder soweit. Noch knapp zwei Wochen bis Berlin. Im Vergleich zum Trainingsplan von Peter Greif scheint mir der aktuelle Plan deutlich mehr Gewicht auf die Erholung zu setzen. Volle zwei Wochen vor dem Wettkampf wird die Tapering-Phase mit einem entspannten Dauerlauf eingeläutet. Dies im Vergleich zu Greif, nach dessen Trainingsplan ich noch zehn Tage vor dem Rennen 15 Kilometer “so schnell du kannst” laufen musste. Oder eine Woche vor dem Marathon noch 35 Kilometer gelaufen bin.
So sieht also das Programm für die nächsten zwei Wochen aus:
September 7, 2009 3 Comments
Letztes Brutalo-Training ist im Kasten – 27k
| Distanz | 26.9 km |
| Zeit | 2:00:13 |
| Pace | 4:28 Min./km |
| Training | Longjogg mit Crescendo |
| Wetter | kühl, perfektes Laufwetter |
So, noch zwei Wochen bis Berlin. Dies bedeutete für dieses Wochenende, nochmals Vollgas zu geben. Wie in den letzten Wochen hatte es auch diese Vorgabe in sich:
“Longjogg 2 Stunden. Starte mit 4:50 und steigere alle 20 Min. um 10 Sekunden.”
Die schnellen Rechner unter den Besuchern des marathonBLOG werden schnell gemerkt haben, dass es dabei gehörig zur Sache gehen muss. Wer ein zweistündiges Training mit 4:50 beginnt und alle 20 Minuten das Tempo um 10 Sek. verschärft, läuft die letzten zwanzig Minuten auf einem 4er-Schnitt.
Nun, da musste ich nicht lange rechnen. Dass ein 4er-Schnitt am Ende eines Longjoggs für mich nicht drin liegt, wusste ich mit Bestimmtheit! Aber der Reihe nach.
September 6, 2009 2 Comments
Superharter Longjogg – 33k
| Distanz | 32.7 km |
| Zeit | 2:30:06 |
| Pace | 4:35 Min./km |
| Training | Longjogg + Crescendo |
| Wetter | mild, bedeckt, grösstenteils trocken |
| GPS-Daten | Garmin Connect – 29.8.09 |
Es gab mal eine Zeit, da habe ich das Wort “Longjogg” mit Grundlagenausdauer, lockerem Tempo und stetigem Schwatzen verbunden. Mit dem aktuellen Trainingsplan bin ich gestern genau am Gegenteil der vorhin genannten Assoziationen angekommen. Auf dem Plan stand wohl eine der härtesten Einheiten, die ich je absolviert habe. Die Vorgabe.
Dauer 2 1/2 Std. Start mit einer Pace von 4:50. Alle 30 Min. die Pace um 10 Sek. steigern.
Mit gehörigem Respekt bin ich um 9.00h gestartet, die ersten 30 Min. lief ich genau nach Vorgabe, die Uhr zeigte eine Pace von 4:49 an. Die Steigerung auf 4:40 ging problemlos, ich war nun im Rhythmus und fühlte mich auch bei 4:40 noch absolut wohl. Eine Stunde nach dem Start des Trainings die erneute Steigerung auf eine 4:30 Pace. Nun ging’s langsam zur Sache. Vor allem, weil ich nun im starken Gegenwind lief! Dann die zweitletzte Steigerung auf 4:20. Das Training wurde nun sehr hart, der üble Gegenwind und die exponierte Strecke erlaubten nur noch eine Durchschnittspace von 4:25 für diesen Abschnitt. Die letzte Steigerung auf 4:10 war dann Wunschdenken. Ich konnte aber die Pace von 4:26 halten und so den letzten 30 Min.-Abschnitt beenden.
Tja, ich habe noch nie über die lange Distanz so hart trainiert. Da waren ja sogar die Endbeschleunigungen von Peter Greif nicht viel mehr als Nasenwasser…
Die Regenearation am Nachmittag verlieft dann hervorragend, ich war nicht schlechter dran als bei anderen “Longjoggs”. – Tja, Neuland in der Wettkampfvorbereitung. Ich bin sehr gespannt, was mir dies in drei Wochen in Berlin bringen wird.
August 30, 2009 3 Comments
Ein Fragezeichen beim Tempo
Nach der Erholung vom Engadiner Sommerlauf mit einem lockeren Footing am Montag und einem Ruhetag am Dienstag ging’s heute wieder zur Sache. Ein schneller Dauerlauf über 35 Minuten stand auf dem Programm. Wobei “schnell” ungefähr Halbmarathon-Tempo oder leicht darunter bedeutet.
Sieh dir einmal die Kilometer-Zwischenzeiten an:
Km 1 – 4:10
Km 2 – 4:17
Km 3 – 4:18
Km 4 – 4:14
Km 5 – 4:09
Km 6 – 4:07
Km 7 – 4:17
Km 8 – 4:10
In diesen 35 Minuten bin ich total 8.3 km gelaufen. Ergibt eine Durchschnittspace von 4:12. Womit wir beim Thema wären.
Ich bin in diesem Jahr auf kurzen Strecken deutlich langsamer als vor zwei drei Jahren. Solche Trainings bin ich jeweils sehr nahe an einem 4er-Schnitt gelaufen. Auch bei den Davoser Seeläufen bin ich in diesem Jahr nicht an die Zeiten von 2007 herangekommen (2008 war mit dem Swiss Alpine Marathon-K78 ein Jahr “ohne” Tempo…). Dies führt zum Fragezeichen im Titel: Wie soll ich einen Marathon in einer 4:15er-Pace laufen, wenn ich bei einem 8Km-Tempolauf 4:12 hinkriege? Fragezeichen.
Auf der anderen Seiten verlaufen die Longjoggs sehr ermutigend. Ich bin sie den ganzen Sommer deutlich schneller gelaufen und der Körper machte tiptop mit. Bei früheren (Rekord-)Marathons bin ich die langen Trainings jeweils in einer Pace von 5:20 bis 5:30 gelaufen. Jetzt laufen wir immer unter einem 5:00er-Schnitt.
Tja, bin wirklich gespannt, was da noch geht. Wie interpretierst du meine Feststellungen? Erfahrung damit?
August 26, 2009 4 Comments
30. Engadiner Sommerlauf – 27k
| Distanz | 27 km |
| Zeit | 2:02:37 |
| Pace | 4:32 Min./km |
| Strecke | Sils-Bever |
| Wetter | schönes, warmes Sommerwetter |
| Bemerkungen | Ein Bijou, dieser Lauf! Empfehlenswert! |
| GPS-Daten |
Garmin Connect – 23.8.09 |
Soli. Mit einem Bericht über den wunderschönen Engadiner Sommerlauf reaktiviere ich das marathonBLOG nach der etwas (zu) langen Pause wieder. Ja, ja, tut mir leid. Hatte nach den Ferien in Ägypten einen kleinen “Schreibstau”.
Heute in vier Wochen ist der Berlin Marathon. Ein idealer Zeitpunkt also, um nach dem vielen Training und den unendlichen Longjoggs am Wochenende etwas Abwechslung “in die Bude” zu bringen und einen kleinen Formtest zu absolvieren. Um genau herausfinden zu können, wozu man in vier Wochen fähig ist, wäre ein flacher Halbmarathon auf Asphalt ideal gewesen. Für die Motivation und Lauffreude war der Engadiner Sommerlauf aber perfekt.
Der Lauf führt von Sils im Oberengadin nach Bever. Dabei legt man einen Grossteil der Strecke auf der Originalstrecke des berühmten Engadiner Skimarathons zurück. Zahlreiche kleine und grosse Hügel unterbrechen immer wieder den Laufrhythmus, die Strecke ist anspruchsvoll! Und dann hat’s noch zwei drei üble “Wadenbeisser” drin, zum Glück aber eher in der ersten Streckenhälfte.
Wir sind heute früh los, bereits um 6.45h ab Chur. So blieb uns genügend Zeit für die Anfahrt über den Julier Pass. Als wir nach Silvaplana kamen, lag das Oberengadin noch unter einer Nebeldecke. Man konnte aber bereits deutlich sehen, dass es sich nur noch um Minuten handeln konnte, bis die Sonne den Nebel vertrieben hatte. Die Temperatur war beim Start in Sils angenehm kühl. Sie stieg zwar im Verlauf des Rennens kontinuierlich an, echte Sommerhitze stellt sich aber auf 1800 Meter über Meer nicht ein. Angenehm.
Nach dem (super-)harten Training der letzten Wochen lief ich ein gutes, solides Rennen. Mit dem Kilometerschnitt von 4:32 auf dieser hügeligen Strecke bin ich zufrieden. Ich kann mir vorstellen, in Berlin meinen persönlichen Rekord (3:04h) anzupeilen. Die 3h-Schallmauer scheint mir zur Zeit ziemlich weit weg zu sein.
Aber das wichtigste für heute: Der Engadiner Sommerlauf ist ein Bijou! Absolut empfehlenswert. Und wer einmal mit Begleitung ein paar Tage im Engadin verbringt: es gibt auch den Muragl-Lauf über 10k.
So, jetzt stehen noch zwei sehr harte Wochen an, vor allem die langen Trainings am Wochenende haben’s “gröber” in sich. Ja, ich werde berichten. Versprochen.
August 23, 2009 3 Comments
Ich bin dann mal weg
Ferien. Sommerferien. Ich bin in den nächsten zwei Wochen selten/recht wenig/nicht immer online. Die erste Woche verbringen wir in Ägypten (nicht China, siehe unten…) und geniessen Sonne, Wärme und Meer. Und da ich nicht vorhabe, mich von den Swisscom-Roaminggebühren ruinieren zu lassen, werden etwas weniger Artikel publiziert.
In alter Frische geht’s dann spätestens ab 10.8.2009 weiter. Und dann gibt’s nur noch eins: Fokus auf den Berlin Marathon!
Bis bald!
Juli 24, 2009 4 Comments
Sehr gute Trainingswoche
| Distanz | 31.1 km |
| Zeit | 2:31:50 |
| Pace | 4:53 Min./km |
| Training | Crescendo – Longjogg mit Steigerungen |
| Wetter | anfangs kühl, später mildes Sommerwetter |
| Bemerkungen | spürbarer Gegenwind auf den letzten Km |
| GPS-Daten | Garmin Connect – 11.7.09 |
Eine harte aber sehr gute Trainigswoche liegt hinter mir.
Am Dienstag lief ich am Davoser Seelauf mit. 8 Kilometer. Und ich behaupte ja immer wieder, dass ein 8k-Rennen härter ist als ein Marathon. So auch diese Woche. Regen, Kälte, harte Strecke. Mit dem Resultat war ich mässig zufrieden, aber ein gutes Tempotraining war es alleweil.
Am Donnerstag Hügelläufe. Nach gutem Einlaufen und ein paar Steigerungen 6 x 3 Min. Vollgas richtung Mittenberg. Mit ca. 5 Min. Pause dazwischen.
Schlussendlich am Samstag der Longjogg. Wenn man dem noch so sagen kann. Crescendo wäre treffender. Wir starteten mit 80 Min. in einem 5er-Schnitt. Wir liefen genau nach Vorgabe, höchstens zwei drei Sekunden schneller pro Kilometer. Die folgenen 30 Min. lautete die Vorgabe 4:40 pro Km. Nach den ersten 1500m fand ich auch auf diesem Tempo einen schönen Rhythmus und konnte eine Pace von 4:35 schön und kontrolliert halten. Die letzten 30 Min. hatten’s dann in sich. Die Vorgabe einer 4:20er-Pace erreichte ich nicht ganz. Zum Teil hat sicher der heftige Gegenwind mitgespielt, so dass ich mit dem ganzen Training doch sehr zufrieden war.
Alles in allem eine sehr intensive Woche. Ich habe das Gefühl, dass ich in den letzten Wochen schöne Fortschritte erzielen konnte. Nächste Woche wird nun etwas lockerer, die neuen Reize sollen schliesslich verdaut werden. Ich fühle mich zur Zeit sehr gut. Vor allem wenn ich bedenke, dass ich noch mehr als zwei Monate Zeit habe für die Vorbereitung auf Berlin. On verra…
Juli 12, 2009 2 Comments
Es rollt im Ausdauerbereich – 29k
| Distanz | 29.10 km |
| Zeit | 2:23:32h |
| Pace | 4:56 Min./km |
| Training | Longjogg, letzte 30 Min. in 4:25er Pace |
| Wetter | heisser Sommertag, schon frühmorgens 20° |
| GPS-Daten | Garmin Connect – 4.7.2009 |
Das dritte lange Training in der unmittelbaren Vorbereitung für den Berlin Marathon. Und es läuft tiptop. Heute war ein Dauerlauf von 2:10h gefordert, wobei die Vorgabe für die letzten 30 Minuten bei einer Pace von 4:25 lag.
Mir fällt auf, dass ich jeweils deutlich erholter und motivierter in die lange Runde steige als in der Vorbereitung für den London Marathon im Frühling. Ist ja auch kein Wunder. Beim Greif-Trainingsplan lief man ausnahmslos jeden Samstag einen 35er. Da kommen mir die aktuellen 27 bis 29 Kilometer direkt kurz vor…
Wir liefen entspannt und “permanent plaudernd” die ersten knapp 20 Kilometer in ca. einem 5er-Schnitt, eher etwas darunter. Die geforderte Pace von 4:25 während den letzten 30 Minuten schaffte ich dann problemlos, meistens war ich noch zwei drei Sekunden darunter.
So far, so good…
Juli 5, 2009 No Comments
Am Tempo “gearbeitet” – 16k
| Distanz | 16.4 km |
| Zeit | 1:17 |
| Pace | - |
| Training | 45 Min. DL mittel, Marathontempo |
| Wetter | heiss, drückend |
| Bemerkungen | fff |
| GPS-Link | Garmin Connect – 1.7.2009 (inkl. Zwischenzeiten |
Soli, heute haben wir wieder einmal am Tempo gearbeitet. Und dies bereits das zweite Mal in dieser Woche. Am Montag hatte ich 30 Minuten intensives Fahrtspiel auf dem Programm. Eine schöne, happige, abwechslungsreiche Einheit.
Heute nun ein “mittlerer” Dauerlauf, als Tempovorgabe wurde “Marathontempo” genannt. Tja, welches wohl? Mein Wunsch Traumtempo für Berlin? Dies wäre eine 4:15er-Pace. Oder mein Bestzeitentempo? Dann müsste ich den Kilometer in 4:22 Minuten laufen. Wie auch immer…
Nach gutem Einlaufen starteten wir bei recht heissen Temperaturen. Auch die tägliche Ozon-Ration dürfte heute nicht allzu knapp ausgefallen sein. Bereits nach zwei bis drei Km war mir klar, dass ich die Traum-Pace von 4:15 noch nicht drauf habe. Im Bereich von 4:20 bis 4:25 pendelte sich das Tempo aber ein. Allerdings hatte ich von der Intensität her nicht das Gefühl, dass ich so einen Marathon laufen würde. Habe ich nämlich auch schon probiert…
Schlussendlich bin ich in den vorgegebenen 45 Minuten 10,4Km gelaufen. Dies ergibt eine Durschnittspace von 4:20. Damit ist dieses Training OK. Nicht berauschend, OK. Es bleibt noch viel zu tun im Tempobereich. Aber ich habe ja auch noch zweieinhalb Monate Zeit…
Juli 1, 2009 2 Comments
Neue Reize
Sehr effizientes Training heute. Ich habe ja davor gewarnt, dass wir in der Vorbereitung für den Berlin Marathon einiges ändern wollen. Grundsätzlich wollen wir mehr Qualität statt Quantität. Also vielleicht nicht jeden Samstag einen 35er laufen wie im Winter, sondern kürzere, “knackigere” Einheiten.
Heute haben wir zwei weitere Neuerungen angewendet. Wir sind überzeugt, dass wir im Bereich der Lauftechnik und der Rumpfstabilität noch gehöriges Verbesserungspotenzial aufweisen.
So haben wir heute nach dem Einlaufen einige Übungen aus der Laufschule gemacht. Tja, ich muss leider eingestehen, dass dies Neuland ist für mich. Ich habe zwar schon 22 Marathons in meinem Palmarès, aber die Knie bekomme ich immer (oder deswegen…?) noch nicht hoch. Die Übungen sind dann auch entsprechend in die Waden eingefahren und koordinativ war es wohl (noch) keine Meisterleistung. Aber es gibt ein gutes Laufgefühl und ich werde dies sicher regelmässig anwenden.
Nach den Übungen stand noch ein mittlerer bis zügiger Dauerlauf auf dem Programm. 30 Minuten im Halbmarathon-Tempo. Ich hatte bei diesem Trainingsteil etwas Mühe, den Rhythmus zu finden. Aufgrund der Übungen bin ich wohl zu schnell losgerannt und musste nach zwei Km etwas reduzieren. Schlussendlich bin ich in den 30 Minuten 7,2 Km gelaufen. Dies ergibt eine Pace von 4:10. Ansprechend, würde ich da sagen…
Fehlt noch die Rumpfstabilität. Tja, du kennst wahrscheinlich diese Gymnastik-Übungen, welche man auf dem Mätteli am Boden absolviert. Üble Sache. Mehr Details vielleicht später einmal… kann nicht mehr weiter schreiben wegen meinem Muskelkater in Bauch, Rücken, seitlichem Rumpf und und und
Juni 23, 2009 2 Comments









